Die richtige Methode zur Förderung bei LRS

Die richtige Methode zur Förderung bei LRS

Eine erfolgreiche Lehrmethode basiert auf einer zuverlässigen Diagnose, wie sie der LRS-Test schreib.on liefert. Darüber hinaus legt sie ein Stufenmodell der Lese- und Rechtschreibentwicklung zugrunde und erfordert eine hohe Intensität und eine ausreichende Dauer der Förderung.  Nur dann kann der Fördererfolg gewährleistet werden. 

Das gezielte Üben von Lesen und Rechtschreibung, das Automatisieren eines altersgemäßen Wortschatzes und die regelmäßige praktische Anwendung an Texten in homogenen Kleingruppen, die von gut ausgebildeten Pädagogen geführt werden, sind die unverzichtbaren Komponenten einer erfolgreichen Fördermethode. Wissenschaftliche Studien zeigen, dass diese Art der symptom­orientierten LRS-Therapie dauerhaft bei Lese-/Recht­schreib­-Schwäche hilft.

 

Am Anfang steht die Diagnose

Am Anfang jeder sinnvollen Hilfe muss eine gründliche Diagnose stehen. Anhand von wissenschaftlich erprobten diagnostischen Tests wie dem Rechtschreibtest schreib.on ermitteln Fachleute, wo der junge Mensch steht, was er schon kann und wo er dringend Hilfe benötigt. In das Gesamtbild der Diagnose fließen darüber hinaus die schulisch erbrachten Leistungen ein, was die Schüler über ihre Erfahrungen in der Schule erzählen, wie die Eltern ihr Kind erleben und wo sie seine Schwierigkeiten sehen.

 

Rahmenbedingungen

Studien haben belegt, dass eine sinnvolle Förderung in einer Kleingruppe mit maximal zehn Teilnehmern stattfinden sollte, sodass einerseits die Bedingungen einer Lerngruppe wie in der Schulklasse gegeben sind, andererseits die Pädagogen sich jedoch jedem einzelnen Schüler ausreichend widmen können. Dies wird durch Erkenntnisse der Neuropsychologie untermauert. Übertragendes Lernen kann nur durch eine dem Schulalltag ähnlichen Situation stattfinden. Außerdem bringt es den Kindern große Erleichterung, wenn sie in der Fördergruppe erfahren, dass es auch andere Kinder gibt, die dieselben Probleme haben wie sie selbst. 

Die Ergebnisse der Tests und die Erkenntnisse aus den Gesprächen mit den Eltern und dem Schüler bilden die Grundlage für die Einstufung des Schülers in eine passende Fördergruppe. Der Förderunterricht sollte an mindestens zwei Tagen in der Woche mit jeweils zwei Unterrichtsstunden stattfinden, denn eine möglichst hohe Wiederholungsrate des Gelernten ist eine wesentliche Bedingung für den Fördererfolg. Des Weiteren muss in regelmäßigen Abständen eine Verlaufskontrolle durch erneute Testung erfolgen, damit die Förderung ggf. der individuellen Lernentwicklung angepasst werden kann.

 

Das Schriftspracherwerbsmodell

In der Praxis haben sich Lehrmethoden bewährt, die auf dem Schriftspracherwerbsmodell basieren. Nach diesem Modell erwerben die Lernenden die Fertigkeiten des Lesens und Rechtschreibens durch Aneignung von verschiedenen, stufenartig aufeinander aufbauenden Rechtschreibstrategien[PM1] (alphabetische, orthografische, morphematische und wortübergreifende Strategie). Beim Strategiewissen geht es also nicht darum, einfach nur Wörter auswendig zu lernen. Entscheidend ist vielmehr, dass der Lernende versteht, wie man die grundlegenden Strategien beim Rechtschreiben gezielt einsetzen kann. Die Aneignung der einzelnen Rechtschreibstrategien ist erst dann vollendet, wenn deren Anwendung hinreichend zur Routine geworden und der altersgemäße Wortschatz in einem inneren Lexikon gespeichert ist. Eine pädagogische LRS-Therapie benötigt viel Zeit zum Trainieren und Einüben, – in der Regel ein bis drei Jahre, je nach den persönlichen Fähigkeiten und Fertigkeiten des jungen Menschen bzw. seinem Lernrückstand.


 [PM1]Link zu Glossar anbringen

Pädagogen

Ein LRS-Förderunterricht bzw. eine pädagogische LRS-Therapie müssen von Pädagogen mit Expertenwissen geleitet werden. Diese müssen zusätzlich zu ihrem Pädagogikstudium in der Durchführung der pädagogischen LRS-Förderung speziell ausgebildet sein. Ausschließlich solche Pädagogen haben die Fähigkeiten und Fertigkeiten, junge Menschen mit LRS zum Lernerfolg zu führen.

 

Einsicht, Einüben, Arbeitstempo, Rückmeldung, Selbstvertrauen

Beim LRS-Förderunterricht gibt es keinen für alle vorgegebenen Lehrplan, an dem das Lernen des Schülers ausgerichtet wird. Die individuelle Lernausgangslage des Einzelnen bestimmt die Lernziele, den Förderplan sowie das Arbeitstempo. Der LRS-Förderunterricht bzw. die pädagogische LRS-Therapie setzen auf Einsicht in das eigene Lernen und gezieltes Einüben. Eine wesentliche Komponente ist die regelmäßige Rückmeldung an den Schüler, das Feedback gemäß seinem Entwicklungsstand. Dabei werden die tatsächlich erreichten Lernfortschritte aufgezeigt und daraufhin festgelegt, wie der weitere Förderweg verlaufen soll. Diese Ermutigung ist für den Lernprozess bei LRS-Schülern unverzichtbar. Denn so gewinnen sie Selbstvertrauen, was ihre Leistung dauerhaft verbessert, und sie lernen, zielgerichtet zu arbeiten.