Glossar

Die Schreiber sind fähig, den gehörten Lauten Buchstaben oder Buchstabenverbindungen zuzuordnen und Wörter entsprechend der eigenen Aussprache zu schreiben (z.B. *mota für "Mutter" oder *farat für "Fahrrad"). Die auf diese Weise geschriebenen Wörter mögen zwar nicht immer orthographisch richtig sein, doch kann ihre Bedeutung meistens durch lautes Vorlesen erkannt werden.
Bei den alphabetisch zu bestimmenden Wortelementen werden auch solche Wortstellen gewertet, bei denen zusätzlich zur lautlichen Analyse eine besondere orthographische Regel oder eine morphematisch abzuleitende Schreibung beachtet werden müssen. Allerdings werden in diesen Fällen die orthographisch bzw. morphematisch geregelten Schreibungen ausschließlich hinsichtlich ihrer alphabetischen Qualität bewertet. Schreibungen wie *Bal, *Flige oder *Meuse werden daher in alphabetischer Hinsicht als angemessen bewertet, auch wenn dort Länge- bzw. Kürzezeichen oder abzuleitende Umlautschreibung nicht beachtet werden.
Zeichen für die Grapheme
Zwielaute
Fähigkeit, Laute/Buchstaben optisch und akustisch zu unterscheiden bzw. diese an einer ganz bestimmten Stelle im Wort zu lokalisieren.

Erläuterung der Leistungsbereiche

Leistungsbereich

ProzentrangT-WertEinordnung der Leistung
>98 >70 extrem gut
>94 >65 weit überdurchschnittlich
>85 >60 überdurchschnittlich
>70 >55 gut durchschnittlich
30 - 70 45 - 55 durchschnittlich
<30 <45 knapp durchschnittlich
<15 <40 unterdurchschnittlich
<6 <35 weit unterdurchschnittlich
<2 <30 extrem schwach
Schreib.on gibt Förderempfehlungen. Sie leiten sich aus der Gesamtleistung und den Leistungen in den einzelnen Rechtschreibstrategien ab. Es wird grundsätzlich empfohlen, sich von Fördereinrichtungen beraten zu lassen und eine schulische oder außerschulische Förderung in Ansprach zu nehmen. Zusätzlich gibt es noch konkrete Förderhinweise.
Kleinste Einheit des Schriftsystems, analog zu den Lauten in der Lautsprache. Sie werden durch Buchstaben dargestellt. Man unterscheidet ein- und mehrgliedrige Grapheme (z. B. a - au - sch).
Schreib.on ermittelt, was das Kind schon schreiben kann. Dabei werden auch Näherungen an die richtige Schreibungen erfasst, auch wenn sie sich noch nicht in einer komplett richtigen Schreibung der Wörter zeigen.
Testverfahren von Dr. Peter May und Helga Arntzen zur Ermittlung von Lesefähigkeiten der Kinder.
Papiergestütztes Testverfahren von Dr. Peter May zur Ermittlung dessen, was Kinder schon schreiben können
Fähigkeiten, Lernprozesse und das Erfassen ihrer Inhalte willentlich steuern zu können
Zusammengesetzte Wörter
Die Konsonanten (v. lat.: con = mit + sonare = tönen; auch Mitlaute genannt) sind Laute, bei deren Artikulation der Atemluftstrom ganz oder teilweise blockiert wird und es zu hörbaren Turbulenzen (Luftwirbelungen) kommt. Im Unterschied dazu wird bei den Vokalen (auch Selbstlaute genannt) der Lautstrom geöffnet. Bei der Zuordnung der richtigen Buchstaben zu den Konsonanten bereitet vor allem die Unterscheidung der stimmhaften und stimmlosen Konsonanten vielen Schreibern Schwierigkeiten. Ausgewertet werden in der DSP daher besonders die Grapheme für die stimmhaften bzw. stimmlosen Explosivlaute (b – p, d - t, g – k) sowie die Grapheme für die Reibelaute, bei denen ebenfalls stimmhafte und stimmlose Varianten zu unterscheiden sind (w – f, s – z).
Die Vokale a, e, i, o, u bzw. die Umlaute ä, ö, ü werden im Deutschen kurz oder lang gesprochen. In der Schriftsprache werden die kurzen Vokale dadurch gekennzeichnet, dass der nachfolgende Konsonant verdoppelt wird: ss, tt, mm, nn, ck, tz …
Die Vokale a, e, i, o, u bzw. die Umlaute ä, ö, ü werden im Deutschen kurz oder lang gesprochen. In der Schriftsprache sind die langen Vokale oft nicht besonders gekennzeichnet, manchmal jedoch durch die Verdopplung des Buchstabens: aa, ee, oo oder durch ein Längen-h: ah, eh, oh, uh, äh, öh, üh oder beim i durch ie.
Laute/Phoneme sind die kleinsten bedeutungsunterscheidenden Elemente in der mündlichen Sprache.
Gesprochene Sprache; im Gegensatz zur Schriftsprache
Legasthenie wird häufig synonym zu dem der Lese-/Rechtschreibstörung bzw. Lese-/Rechtschreibschwäche verwendet. Zwischen Experten gibt es Streit, ob dies eine Krankheit bzw. Entwicklungsstörung nach der Definition der WHO ist oder nur nicht vollzogene Lernschritte. Einigkeit besteht weitgehend darin, dass die davon betroffenen Kinder gefördert werden müssen. Diese Förderung muss sich eng am Lesen und Schreiben orientieren.
Kind mit einer Lese/Rechtschreibstörung oder -schwäche
Zusammenfassender Begriff für alle Formen von Problemen im Lesen und Schreiben. In der Regel sind es nicht vollzogene Lernschritte. Warum diese nicht vollzogen wurden, kann verschiedene Ursachen haben: persönliche Voraussetzungen, mangelhafter Unterricht, wenig anregende Lernumgebung.
Bei der logographemischen Strategie werden Teile von Wörtern und ganze Wörter „bildhaft“ als visuelle Muster eingeprägt und können danach als Ganzes abgerufen werden. Zu den Wörtern und Wortstellen, die nach der logographemischen Strategie ausgewertet werden, gehören
  • ähnliche Buchstaben (z. B. m und n, die optisch leicht verwechselt werden können,
  • mehrgliedrige Grapheme (z. B. sch), die aus mehreren Buchstaben eine Einheit bilden,
  • Buchstaben mit Oberzeichen (z. B. ä ö ü),
  • sehr häufig vorkommende Wörter (sog. Merkwörter).
Die phonologischen (lautlichen) Informationen der Wörter bzw. Buchstaben spielen dabei keine Rolle. Da im Einzelfall durch einen standardisierten Test nicht feststellbar ist, welche schriftsprachlichen Einheiten logographemisch gespeichert und verarbeitet werden, werden in schreib.on nur solche Merkmale überprüft, bei denen eine visuell bedingte Verwechslung mit ähnlichen grafischen Mustern häufiger vorkommt (z.B. ähnliche Buchstabenformen, mehrgliedrige Grapheme und Grapheme mit Oberzeichen) oder die aufgrund ihrer Häufigkeit von allen Lernenden immer wieder verwendet und daher vorwiegend visuell gespeichert und abgerufen werden können (am häufigsten vorkommende Wörter).
Wortstellen (Buchstaben bzw. Buchstabenfolge), anhand derer der Beherrschungsgrad bestimmter Rechtschreibstrategien sichtbar wird.
Grapheme sind die sichtbaren Zeichen der Laute in der Schriftsprache. Geschrieben werden sie mit Buchstaben, oft mit einem Buchstaben, manchmal mit mehreren. Beispiel: a, b, t, oder sp, st, nn, mm, sch, ch, ng
Sehr häufig gelesene und geschriebene Wörter werden ganzheitlich im Gedächtnis gespeichert –sozusagen „wie ein Bild“. Daher wird diese Art des Wort“bild“-Merkens der logographemischen Strategie zugeordnet. Allerdings ist es individuelle sehr unterschiedlich, welche Wörter besonders häufig gelesen und geschrieben werden. Es hängt nicht nur vom Unterrichtsmaterial in der Schule ab, sondern auch von den Lesegewohnheiten, den Hobbys, den Leseangeboten in der häuslichen Umgebung und anderen Einflüssen ab. Daher werden in schreib.on nur die häufigsten Wörter zu den logographemisch zu merkenden Wörtern gezählt. Die Auswahl orientiert sich an der Aufstellung der häufigsten Wörter von Martin Grund (GUT 2002), der mehrere empirische Auszählungen von Wortschätzen ausgewertet hat. Unter den besonders häufigen Wörtern werden drei Gruppen unterschieden: 100 häufigste Wörter, 300 häufigste Wörter, 600 häufigste Wörter, die einen bestimmten Prozentsatz der Wörter eines normalen Schreibtextes abdecken. Bei den zusammengesetzten Wörtern (Komposita) werden Teilwörter dann zu den häufigsten Wörtern gerechnet, wenn diese als Einheit genau wie das entsprechende Häufigkeitswort geschrieben werden: So wird z.B. das Teilwort „Abend“ in „Abenddämmerung“ als häufiges Wort gewertet, weil es dem Häufigkseitswort „Abend“ genau entspricht. Dagegen wird der Wortteil „brief“ in „Abschiedsbrief“ nicht als Häufigkeitswort gewertet, da es als hinterer Wortteil klein geschrieben wird. Solche logographemischen Zugriffsweisen beziehen sich nicht nur auf ganze Wörter (Wortbild), sondern auch auf Teile des Wortes. Auch die einzelnen Buchstabenformen und die Grapheme, die aus mehreren Buchstaben bestehen), müssen vom Lernenden visuell differenziert und als grafische Einheiten, quasi bildhaft, gespeichert werden.
Morpheme sind die kleinsten bedeutungstragenden Einheiten in der Sprache; man unterscheidet Grund- oder Stammmorphem (z.B. lauf), Wortbildungsmorphem (z.B. herr-lich) und grammatisches Morphem (z.B. komm-st; Tür-en).
Die morphematische Strategie wird bei Wortstellen angewendet, deren Schreibungen vom Wortstamm abgeleitet werden können. Dazu gehören neben Wörtern mit Umlautableitung (Hand - Hände) auch Wörter mit Verhärtung des Auslautes (gesprochen: Munt - geschrieben Mund). Viele Wörter können nach dem Bausteinprinzip mit Hilfe bekannter selbstständiger oder unselbstständiger Wortteile gebildet werden, z. B. ver/biet/en, un/auf/find/bar. Selbstständige Wörter können zusammengesetzt werden (bilden dann Komposita), z. B. ab/schreiben, Frei/zeit/sport. Dieses Wissen ist vor allem bei Wörtern wichtig, bei denen Laute zwischen Wortteilen verschmelzen z. B. Fahr-rad.
Rechtschreibung
Die orthographische Strategie wird beim Schreiben besonderer Wortstellen eingesetzt, deren Bezeichnung entweder wortspezifisch gemerkt (sog. Merkelemente) werden muss oder bei denen spezielle Regeln beachtet werden müssen (sog. Regelelemente). Zu den orthographischen Merkelementen zählen vor allem besondere Grapheme (z. B. V in Vater), Fremdwortschreibungen (z. B. Th in Theater) und die Bezeichnung von langen Vokalen in manchen Wörtern (z. B. ah in Zahl, ie in Ziege). Zu den orthographischen Regelelementen zählen auch die Schreibung von st/sp am Silbenanfang (z. B. sp in spielen)und die Bezeichnung kurzer Vokale mit Hilfe doppelter Konsonanten (Kürzebezeichnung: z. B. nn in Spinne).
Phoneme sind die kleinsten lautlichen Einheiten der Sprache ohne eigene Bedeutung, aber mit bedeutungsunterscheidender Funktion, z.B. Wal - Wall; Phoneme sind Lautklassen. Sie werden unterschiedlich ausgesprochen, z.B. der Weg, - Geh weg!Phoneme sind die kleinsten lautlichen Einheiten der Sprache ohne eigene Bedeutung, aber mit bedeutungsunterscheidender Funktion, z.B. Wal - Wall; Phoneme sind Lautklassen. Sie werden unterschiedlich ausgesprochen, z.B. der Weg, - Geh weg!
Phonologische Bewusstheit ist die Fähigkeit, vom Sinngehalt eines Wortes abzusehen und seine Aufmerksamkeit stattdessen auf die Einheiten (Silben bzw. Laute) zu richten, aus denen sich ein Wort zusammensetzt.
Vorbeugung
Der sog. Prozentrang (PR) ist ein statistischer Wert, der die Position einer individuellen Leistung innerhalb einer Vergleichsgruppe kennzeichnet. Der Prozentrang gibt an, wie viel Prozent der Vergleichsgruppe eine besse­re, gleich gute oder schwächere Leistung erreichen. Zum Beispiel besagt ein Prozentrang 75, dass von hundert vergleichbaren Individuen 25 eine bessere und 75 eine gleich gute bzw. schwächere Leistung erzielen. Ein Prozentrang 10 dagegen drückt aus, dass 90 Prozent der Vergleichsgruppe eine bessere Leistung erzielen.
Faktoren in der sozialen Umwelt des Kindes, die Einfluss auf dessen Entwicklung nehmen. Zu psychosozialen Risiken für eine gesunde Entwicklung des Kindes zählen beispielsweise: niedriger Bildungsstand der Eltern, beengte Wohnverhältnisse, psychische Störungen der Eltern, Delinquenz der Eltern, disharmonische Partnerschaft der Eltern, Ein-Eltern-Familie, unerwünschte Schwangerschaft, mangelnde soziale Integration und Unterstützung für die Eltern.

Zugriffsweisen auf die Schreibung der Wörter. Nach dem Modell des Schriftspracherwerbs wird zwischen logographemischer Strategie, alphabetischer Strategie, orthographischer Strategie, morphematischer und wortübergreifender Strategie unterschieden. Ein guter Schreiber hat diese Zugriffsweisen so integriert, dass er automatisch richtig schreibt.

Der Rechtschreibtest schreib.on prüft zunächst, ob das Wort komplett richtig geschrieben ist. Das ist jedoch nur ein grobes Raster, weil es Näherungen an die richtige Schreibung nicht erfasst. Schreib.on ermittelt deshalb vor allem die richtigen Graphentreffer und ermittelt, was das Kind schon kann. Das ist ein zweckmäßiger Ansatz für eine gezielte Förderung.
Sinnvoller Teil eines Textes, besteht aus Wörtern, untergliedert bestimmte Wortgruppen nach ihrer Funktion im Satz in Satzglieder.
Wortgruppen innerhalb eines Satzes, die eine gleiche Funktion haben. Die wichtigsten Satzglieder sind: Subjekt, Prädikat, Objekt, Adverbiale. Diesen können noch Attribute hinzugefügt werden.
Die in Schriftzeichen dargestellte mündliche Sprache

Nach übereinstimmender Auffassung vieler Wissenschaftler und Pädagogen lernen Kinder das Lesen und Schreiben in aufeinander folgenden Stufen. Frith und Günther haben dazu Mitte der 1980er-Jahre ein so genanntes Schriftspracherwerbsmodell erarbeitet. Es geht davon aus, dass auf dem Weg zur richtigen Beherrschung des Lesens und Schreibens diese Stufen durchlaufen und entsprechende Lernschritte absolviert werden müssen. Einzelne Kinder verharren auf einer bestimmten Stufe länger, andere kommen schneller voran. Alle Kinder sind jedoch - unter Umständen mit zusätzlicher pädagogischer Förderung - in der Lage, sich nach und nach richtige Zugriffsweisen für die Schreibung der Wörter anzueignen und bislang nicht oder nicht vollständig vollzogene Lernschritte nachzuvollziehen. Beim Durchlaufen der Stufen der Lese- und Schreibentwicklung eignen sich die Kinder entsprechende Rechtschreibstrategien an. schreib.on liegt eine erweiterte Fassung dieses Entwicklungsmodells zugrunde, die zusätzlich die morphematische Strategie sowie die wortübergreifenden Zugriffsweisen umfasst.
Es gibt in Deutschland und Österreich über 100 verschiedene Schulformen. Unter DeutschProbe werden folgende Zusammenfassungen vorgenommen:
  • Grundschule/Volksschule (Öst.)
  • Mittelschule
  • Hauptschule
  • Realschule
  • Gesamtschule
  • Gemeinschaftsschule
  • Gymnasium
  • Waldorfschule/ Montessorischule
  • Andere Privatschule
  • Berufsschule/Fachschule
  • Förderschule/Förderstufe
  • Sonderschule
  • andere Schule

Die Erfassung dieser Schulformen vor Beginn der Testung dient nur der statistischen Erfassung. Die Auswertung des Tests erfolgt im Standard stets mit allen gleichaltrigen Schülern aller Schulformen. Zusätzlich können ab Ende der 4. Klasse Vergleiche mit anderen Schulformen abgerufen werden: Vergleich mit Leistungen der gleichaltrigen Schüler in der Grundschule/Realschule/Gesamtschule und ein Vergleich mit der Leistung gleichaltriger Schüler im Gymnasium.

Vom Sprachrhythmus und der Betonung bestimmte Einheiten innerhalb eines Wortes. Jede Silbe enthält einen Vokal.
Das Wort besteht aus Sinn unterscheidenden Teilen. Das Stammmorphem ist Hinweis auf die Verwandtschaft des Wortes. Anfangs- und Endmorphem (Vorsilben oder Endsilben) bestimmen die Wortart, die grammatische Funktion.

Schreib.on ermittelt die Gesamtleistung (richtige Wörter, Graphemtreffer) sowie die Leistungen in den einzelnen Rechtschreibstrategien nach T-Werten und Prozenträngen. Bei guten Schreibern ergibt sich nur eine geringe Schwankung der Leistungen um die Gesamtleistung. Liegen Probleme im Lesen und Schreiben vor, dann differieren die Ergebnisse zwischen den einzelnen Strategien, sie sind dann nicht ganz ausgewogen oder erheblich unausgewogen. Das gibt einen Hinweis darauf, was besonders gefördert werden muss. Zusätzlich weist das Gutachten auf in Relation zur Gesamtleistung besondere Stärken und Schwächen hin. Das Profil wird in einer Grafik sichtbar gemacht.
Tippfehler kommen beim Schreiben mit dem Computer vor, wenn jemand
  • nebeneinander liegende Tasten verwechselt (z. B. v statt b),
  • eine Taste zu lange drückt (z. B. fffffffahren)
  • zwei Tasten gleichzeitig drückt (z. B. fgahjren statt fahren).
Die Zahl der Tippfehler hängt weniger von der orthographischen Kompetenz ab, sondern ist eher ein Hinweis auf Unaufmerksamkeit, denn sie können optisch kontrolliert und nach der Eingabe korrigiert werden.

T-Werte stellen eine Umwandlung der Prozentränge in Standardwerte dar und ermöglichen damit die Normierung auch nicht-normal verteilter Eichstichproben, als ob sie normal verteilt wären. Im Unterschied zu den tatsächlichen Werten, deren Verteilung entsprechend dem wachsenden Leistungsvermögen der Kinder zunehmend „schief“ ist, weil die Mehrzahl der Grapheme leicht zu schreiben ist, verteilen sich die T-Werte wie in der Gauß'schen Normalverteilung. Die T-Werte sind gegenüber den Prozentrang-Angaben zwar weniger anschaulich, bilden aber Unterschiede im gesamten Leistungsspektrum statistisch korrekt ab. Aus T-Werten können daher auch Durchschnittswerte berechnet werden. Der Mittelwert liegt bei T = 50, die Standardabweichung beträgt 10 T-Werte. T-Werte zwischen 40 und 60 liegen also im Durchschnittsbereich.
Bei der orthographischen und morphematischen Strategie treten auch Fehler auf, die als überflüssige orthographische und morphematische Elemente bezeichnet werden. Diese besonderen Markierungen sind an anderer Stelle sinnvoll und notwendig (z. B. h als Längezeichen oder doppelte Konsonanten), jedoch beim hier geschriebenen Wort überflüssig und falsch (z. B. Fehrnsehehr oder Verrkäuferin). Dazu gehören auch fälschliche Ableitungen des Umlautes (Pseudoableitungen), bei denen ä oder äu statt e oder eu geschrieben wird, oder des Auslautes (z. B. hard für hart, Wergzeug für Werkzeug). Nicht selten kommen auch irrtümliche v-Schreibungen (z. B. Vernsehen, vertig vor, weil die Vorsilbe/der Baustein ver- gelernt wurde oder Verdopplungen von Konsonanten wie z. B. bei Omnibuss, Packet. Solche Schreibungen zeigen, dass orthographische Elemente und morphematische Ableitungen durchaus im Blick des Schreibers sind, jedoch noch nicht genügend in die Wortstruktur eingebettet werden und bestimmte Zusammenhänge der notwendigen Schreibung noch nicht erkannt wurden.
Die Leistungen eines einzelnen Kindes werden immer mit den Leistungen aller Kinder einer Altersgruppe verglichen, die gesondert ermittelt wurden. Das sind die so genannten Vergleichswerte oder Vergleichnormen. In schreib.on ist ein Teil der Testwörter anderer Testverfahren integriert, für die es bereits Vergleichsnormen aus dem Jahr 2000 gibt. Auf dieser Grundlage können für schreib.on sofort Vergleichsnormen genutzt werden. schreib.on wird im Laufe der Zeit eigene Vergleichswerte ermitteln.
Wenn Konsonanten zwischen Vokalen stehen (z.B. bei Rakete oder Wagen), sind sie einfacher wahrzunehmen und mit Buchstaben zu bezeichnen, als wenn mehrere Konsonanten hintereinander stehen (z.B. bei klatschen). Unter diesen Konsonantenverbindungen bereiten besonders die sog. Übergangskonsonanten, die zwischen einem Vokal und einem stärker betonten Konsonanten stehen (z.B. Briefträger), häufig besondere Schwierigkeiten bei der Rekonstruktion der lautlichen Feinstruktur der Wörter, weil der Akzent auf dem anderen betonten Konsonanten liegt. Dementsprechend werden Buchstaben für Übergangskonsonanten häufiger ausgelassen. Ausgewertet werden bei schreib.on Konsonantenverbindungen innerhalb einer Silbe (z.B. trägt), einschließlich eventuell weiterer angrenzender Konsonanten (z.B. erbringt); außerdem r nach kurzem Vokal vor weiterem Konsonant (z.B. Garten, Marke, Karte, Torte); jedoch ohne Konsonantengraphemen, deren Laute bei normaler Aussprache verschmolzen gesprochen werden (wie bei Fahrrad). Da jede Silbe in der deutschen Sprache einen Vokal aufweist, kann anhand der Vollständigkeit der Markierung der Vokale durch Buchstaben festgestellt werden, inwieweit die Schreiber die Grobstruktur der Wörter beachten. Vokalauslassungen werden daher auch als Grobgliederungsfehler bezeichnet. Dabei sind betonte Vokale (z.B. das a in Lampe) leichter wahrzunehmen und entsprechend mit Buchstaben zu markieren als unbetonte (z.B. das e in Lampe). Hinsichtlich der Differenzierung der Lautqualität bereiten lang gesprochene Vokale (z.B. das u in Schule) im Allgemeinen weniger Schwierigkeiten als Kurzvokale (z.B. das u in kurz). Daher werden bei der Auswertung Lang- und Kurzvokale unterschieden. Besonders schwierig zu markieren und lautlich zu differenzieren sind unbetonte Kurzvokale in Vorsilben oder Endungen (z.B. e und i in Verkäuferin).
Sinneinheit in einem Satz
Wörter setzen sich aus Morphemen zusammen. Es wird unterschieden zwischen dem Stamm-, Anfangs- und Endmorphem. Diese Morpheme werden auch als Wortbausteine bezeichnet.
Stammmorphem innerhalb eines Wortes, das auf die Verwandtschaft des Wortes hinweist.
Viele Schreibungen hängen von der Stellung des Worts im Satz ab. Sehr oft ist zum Beispiel die Groß- oder Kleinschreibung davon abhängig. Hierzu gehört auch die Setzung der Satzzeichen. In der Schriftsprache sind die Wörter in Kontext eingebettet. Somit können wortübergreifende Aspekte die Schreibung beeinflussen. Das betrifft
  • die Groß-/Kleinschreibung z. B. abhängig von der Wortart (Spinnen spinnen ihr Netz.)
  • abhängig von der Stellung im Satz (Spinnen sie ihr Netz?)
  • die Getrennt- und Zusammenschreibung (Ein Rad fahren wir in den Schuppen. Aber: Ich lerne Einradfahren. Ich möchte zusehen. Es war nichts zu sehen.)
  • die Zeichensetzung (Er will, sie nicht! Er will sie, nicht?)
  • die Satzkonstruktion und ihre Auswirkungen auf Flexionsendungen (... zum Schreiben ...) Die Beachtung der Satzkonstruktion ist auch beim Schreiben von Artikeln und anderen Beiwörtern (Präpositionen) im Wem-Fall (Dativ) besonders wichtig (z. B. dem, am, zum).
Zur wortübergreifenden Strategie gehört auch das Setzen entsprechender Satz- und Redezeichen.
Anderes Wort für Rechtschreibstrategie
Doppelvokale ei, au, eu, äu