Sie haben die Leistungen Ihres Kindes im Rechtschreiben mit Hilfe eines Tests von schreib.on überprüfen lassen. Das Gutachten zeigt, was das Kind schon kann und wo Ansätze für eine gezielte Förderung bestehen. Deshalb wurde auch – je nach Testergebnis etwas anders nuanciert – grundsätzlich eine pädagogische Förderung empfohlen.

Ein solche Förderung kann außerhalb der Schule oder in der Schule stattfinden. Sie sollten auf jeden Fall um eine solche nachsuchen und sich auf Grund des Testergebnisses sachkundig beraten lassen, welche Förderung die günstigste für Ihr Kind ist.

Wenden Sie sich deshalb an eine außerschulische Fördereinrichtung, die mit Hilfe eines individuellen Förderunterrichts auf die Überwindung von Problemen beim Lesen und Rechtschreiben spezialisiert ist. Sie können sich auch an einen kompetenten Lehrer in der Schule wenden, der Ihnen sagen kann, ob ein geeigneter Förderunterricht in der Schule angeboten wird.

Dem Erwerb der Schriftsprachkompetenz kommt eine hohe und aus mehreren Gründen in der Zukunft noch steigende Bedeutung zu. Die Abnahme der „bloß handwerklichen“ Tätigkeiten und die gleichzeitige Ausweitung und Aufwertung des Sektors Dienstleistung erhöht die Notwendigkeit einer differenzierten Schriftsprachbeherrschung für immer mehr Bereiche des öffentlichen und beruflichen Lebens.

Bereits in der Grundschule ist eine gute Beurteilung im Fach Deutsch die Voraussetzung für den Übertritt in weiterführende Schulen. Zu Recht sind Sie deshalb an guten Kenntnissen ihres Kindes im schriftsprachlichen Bereich interessiert. Treten Probleme im Lesen und Rechtschreiben auf, sollten diese also möglichst frühzeitig überwunden werden.

Nach dem Testergebnis steht fest, dass Ihr Kind, gemessen an den Leistungen de

 

r Altersgruppe, Rückstände beim Schriftspracherwerb hat, die aufgeholt werden müssen und können. Zahlreiche Forschungsergebnisse zeigen, dass ein fließender Übergang besteht zwischen einer schweren Form der Beeinträchtigung der Schriftsprachentwicklung, die als „Lese-/Rechtschreibstörung“ bezeichnet wird und leichteren Formen der Beeinträchtigung, die üblicherweise mit dem Sammelbegriff „Lese-/Rechtschreibschwäche“ belegt sind. Diese Schwierigkeiten können entwicklungsbedingt sein oder auf Störungen im organischen und/oder psychischen Bereich zurückgehen. In jedem Falle bleiben die Leistungen im Lesen und/oder Schreiben hinter den sonstigen Möglichkeiten der Betroffenen zurück.

Skeptisch sollten Sie sein, wenn Ihnen vorgeschlagen wird, Ihr Kind in der Schule nur von bestimmten Aufgaben zu entlasten. Im späteren beruflichen Leben gibt es diesbezüglich keine Entlastung. Sie sollten alles tun, um die Probleme überwinden zu helfen. Das kann mit einem entsprechenden Förderunterricht gelingen. Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen und Schreiben sollten eine pädagogische Therapie erhalten. Auch gilt die Regel: Je früher desto eher erfolgreich!

LRS ist keine Krankheit

Pädagogische Therapie ist eine zusätzliche Maßnahme zum schulischen Unterricht. Sie ersetzt nicht die elementare Vermittlung der schriftsprachlichen Fertigkeiten in der Schule. Sie setzt die Bemühungen der Schule dort fort und ergänzt diese an der Stelle, wo aufgrund individueller Voraussetzungen oder schulischer Bedingungen der Lernerfolg gefährdet oder das Erreichen persönlich bedeutsamer Lernziele nicht ohne erhebliche Schwierigkeiten möglich ist.

Pädagogische Therapie richtet sich auf den Erwerb des Lesens und Schreibens als spezifische Fertigkeiten.

Im Gegensatz zum Nachhilfeunterricht gründet sich die pädagogische Therapie auf anerkannte und wissenschaftlich erprobte Methoden und Materialien, die einen wirksamen Beitrag zum schriftsprachlichen Lernen leisten und die auf der Grundlage einer umfassenden Diagnose eine individuelle Förderung ermöglichen.

Probleme im Lesen und Rechtschreiben sind nicht vollzogene Lernschritte im Schriftspracherwerb. Die Elemente und Lernschritte des Schriftspracherwerbs sind vielfach im so genannten Schriftsprachmodell beschrieben. Beginnend mit der Vorform der logographemischen Strategie entfalten sich alphabetische, orthographische, morphematische und wortübergreifende Rechtschreibstrategien im Laufe des normalerweise durch den schulischen Unterricht angeleiteten Erwerbs der Schriftsprache durch das Kind.

In dem Ihnen vorliegenden Gutachten sind deshalb die Leistungen Ihres Kindes in diesen einzelnen Strategien ausgewiesen. Erfahrene Förderpädagogen können auf dieser Grundlage einen individuell passenden Förderunterricht konzipieren, der von den Stärken Ihres Kindes ausgeht und Schwächen nach und nach überwinden hilft.

Pädagogische Therapie ist eine effektive außerschulische Förderung

Kinder mit Problemen beim Schriftspracherwerb benötigen eine kleinschrittigere, differenziertere Förderung ihrer Schriftsprachkompetenz als sie im Regelunterricht üblicherweise durchgeführt werden kann. Diese Kinder benötigen mehr Zeit. Der Unterricht muss intensiv sein und mindestens zweimal in der Woche stattfinden.

Eine solche Förderung ist ein systematisches Training, das sich an den zwingend notwendigen Lernschritten zum Erwerb der Schriftsprache (Schriftsprachmodell) orientiert. Sie übt zielstrebig die alphabetische, orthographische, morphematische und wortübergreifende Rechtschreibstrategie.

Ein solcher Förderunterricht wird nahe an der Schriftsprache geführt und fördert Prozesse des Lesens und Rechtschreibens.

Ein erfolgreicher Förderunterricht setzt auf eine hohe Motivation der beteiligten Kinder, fördert und pflegt diese und will viel eigene Aktivität der Kinder erreichen. Lob und Anerkennung für das bereits Geleistete sind wichtiger Bestandteil der Förderung. Es hat sich erwiesen, dass ein Unterricht in kleinen leistungshomogenen Gruppen erfolgreicher ist als eine Einzeltherapie. Die soziale Umgebung ist außerordentlich förderlich für den Lernerfolg.

Ein erfolgreicher Förderunterricht bezieht die Eltern aktiv in den Förderprozess ein. Eltern sollten nicht den Förderunterricht selbst übernehmen, da sie nicht über die pädagogisch notwendige Qualifikation verfügen und das Fördermaterial (auch frei käuflich erwerbbares) kaum zielstrebig genug einsetzen können. Auch sind die emotionalen Belastungen für Eltern, die sich aus der Konfliktsituation ihrer Kinder mit dem Lerngegenstand und dem mangelnden Schulerfolg ergeben, zu groß und für eine erfolgreiche Förderung zu Hause belastend.

Nachgewiesenermaßen führen Ergotherapie, Edu-Kinestetik, Training von Blicksprüngen und andere nicht auf schriftsprachliche Übungen orientierte Verfahren zu keiner Verbesserung der Lese- und Schreibleistungen. Sie sind für die betroffenen Kinder vergeudete Zeit. Auch Nachhilfe ist in diesem Zusammenhang keine echte Hilfe, weil sie nur den Schulstoff nacharbeitet.

Suchen Sie eine kompetente außerschulische Einrichtung, die sich speziell mit der Überwindung von Lese- und Schreibproblemen befasst, und legen Sie dort das Gutachten von DIDEON vor. Eine bloße Nachhilfe ist zur Überwindung festgestellter Rechtschreibschwierigkeiten nicht geeignet.

Wenden Sie sich eventuell auch an einen kompetenten Lehrer in der Schule, der Ihnen sagen kann, ob in dieser Schule ein geeigneter Förderunterricht angeboten wird.

Die Überwindung von Lese- und Schreibproblemen benötigt Zeit. Misstrauen Sie deshalb allen Angeboten, die eine schnelle Überwindung anpreisen.

Lesen und Schreiben lernen Kinder nur durch Lesen und Schreiben. Fragen Sie also, ob Lesen und Schreiben im Mittelpunkt der Förderung stehen.

Erfolgreicher Förderunterricht benötigt dafür speziell ausgebildete Pädagogen. Fragen Sie also nach der Qualifikation der Lehrkräfte.

Um erfolgreich zu sein, muss eine Förderung hinreichend intensiv sein. Ein solcher Förderunterricht muss mindestens zweimal in der Woche mit jeweils 90 Minuten stattfinden.

Die Lese- und Schreibprobleme überwinden Kinder am besten in einer kleinen Gruppe. Nur in ganz besonderen Fällen kann eine Einzeltherapie erforderlich sein. Im Normalfall ist sie nicht erforderlich.

Seriöse Fördereinrichtungen überprüfen regelmäßig ihre Förderergebnisse. Lassen Sie sich die wissenschaftlichen Studien zeigen, die den Fördererfolg der jeweiligen Einrichtung belegen.

Der Förderunterricht bedarf spezieller pädagogischer Maßnahmen und geeigneten Unterrichtsmaterials. Sie sollten in die Förderung insofern einbezogen werden, dass Sie Ihr Kind zu Hause unterstützen, aber nicht selbst mit ihm üben müssen. Wenn Sie das Gefühl haben, die Förderung sollen Sie doch alleine zu Hause durchführen, dann sollten Sie diese meiden. Fragen Sie danach, inwieweit Eltern über die pädagogischen Probleme durch die Fördereinrichtung und die Förderfortschritte Ihres Kindes informiert werden.

Erkundigen Sie sich nach dem Preis der Förderung. Seriöse Fördereinrichtungen verlangen zwischen 12 und 20 EUR pro Förderstunde. Beratung der Eltern und die Tests sind in diesen Einrichtungen unentgeltlich.

Nutzen Sie den bereitgestellten Fragebogen.